Ephesos – Kannst du mich hören?

Ephesos

Merhaba arkadaş!!!

Nasılsın? Ben çok iyiyim. Ich habe viel nachzuholen – ich hab´s gestern wirklich nicht mehr geschafft. Weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Am Besten dort, wo ich das letzte Mal aufgehört habe: Unserem Restaurantbesuch am Freitag, den 20Ephesus- Theater.02.2009. Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der Kultur!

EPHESOS– eine antike Stadt, die ungefähr 2000 v. Chr. gegründet wurde. Ephesus, auch Efes genannt, liegt in einem der fruchtbarsten Gegenden der Türkei , war mal eine Weltstadt, als Athen noch Provinz und Rom nicht einmal gegründet war, zählte mal zu den sieben Weltwundern und ich denke im Sommer ist es wunderschön bunt dort. Nicht, dass es nicht schön war, bei 3 Grad, die wir hier nur noch haben, die Stadt zu besichtigen, aber im Sommer ist es bestimmt etwas lebendiger. Positiv an diesem Wetter war, dass nicht allzu viele Touristen da waren, in Spitzenzeiten laufen dort bis zu 15.000 Leute rum. Ich möchte euch jetzt nicht mit der Geschichte der Stadt langweilen, da ihr auch alle Google habt, aber ich fand es wirklich toll dort, obwohl ich nun nicht grade der größte Fan von Geschichte bin.

Das Theater von Efes– beeindruckend! Es bietet Platz für 24.000 Menschen und wenn jemand in ganz normaler Lautstärke unten steht und redet, kann man, ganz oben stehend, fast alles ohne Probleme verstehen.

Nachdem wir dann alles besichtigt hatten und gefühlte 3.000 Bilder gemacht haben, sind wir in das nahe gelegene Sirince (bei Selçuk) gefahren, um Mittag zu essen. Nichts Europäisches, etwas richtig Türkisches! Ich hatte Gözleme und zwar gemischte – Gözleme ist wie eine Calzone, nur mit diesem dünnen Fladenbrot. Fast jeder hat es mit Hackfleisch und Käse gegessen, da man das ja kennt. Selçuk Aber ich war mutig und probierte „the mixed one“- es war hervorragend!

Sirince, mitten im fruchtbaren Tal, ist sehr berühmt für seine Weine. Ich habe manche probiert – an Ständen, es ist sehr touristisch dort – und sie schmeckten alle wie Werder- Wein bzw. Diesdorfer! Also nichts Besonderes.

Ich habe ja schon ein paar mal erwähnt, dass Izmir sehr hügelig ist, aber die Gegend dort, war der Hammer, so stell ich mir die Schweiz (ich war noch nie da) vor! Wahnsinn, ich habe noch nie irgendwo gelesen, dass die Gegend hier so bergig ist, ihr habt jetzt also Insiderwissen- seid also vorsichtig!

In Selçuk gibt es auch eine kleine Einkaufsgasse für die Touristen, die ich natürlich nicht missen wollte- ich hab das erste mal erfolgreich gehandelt! Und das „most of the time“ in türkisch! Vici und ich wollten unbedingt Leinenkleider für den Sommer haben. Ich startete die Konversation mit der lieben, netten, alten Dame bei 15 Lira. Nach 20 Minuten hatten wir unsere Kleider für 10 Lira- immerhin! Ein Anfang. Ich muss nur noch an der Zeit arbeiten und evtl. nicht zu nett sein, denn ich fand sie sooooo „cute“, dass ich ihr eine Lira mehr gab. Ja, das war eigentlich unser Trip nach Efeu – jetzt weiß ich auch, warum in Izmir so oft Efes irgendwo steht!

Unser Abend war recht in Ordnung- unsere türkischen Freunde wollten unbedingt mit uns tanzen gehen, uns alles zeigen, „uns in die Gesellschaft einfügen“, uns ihre Clubs zeigen, aber als wir hörten, dass die Clubs hier zwischen 30 (15€)und 60 (30€) Lira nur an Eintritt nehmen, mussten wir unsere Pläne leider auf eine Bar verschieben. Mir war es ganz recht, da ich keine „Partyklamotten“ hier habe. Unsere türkischen Girls waren so gestylt, dass wir mit unseren Jeans und Pullis aussahen, wie der letzte Bauer aus Ost-Anatolien! Die Bar war sehr cool und sehr laut! Die Türken versuchen eine Bar- und eine Diskoatmosphäre zu mixen, aber ich glaube für uns (Nicht-Türken) ist es schier unmöglich sich bei solch einer Lautstärke zu unterhalten! Sie hatten eine Band in der Bar, also Live-Music, die sehr bekannte türkische Songs coverten. Es war so toll mit anzusehen, wie alle Gäste auf ihren Stühlen umherwippten, da es keinen Platz zum Tanzen gab, und lautstark die Lieder mitsangen- wirklich toll. Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sage, aber ich bin für ein Rauchverbot in Bars – ich bin jetzt schon so daran gewöhnt! Nach zehn Minuten in dieser Bar haben mir meine Augen so getränt, Wahnsinn! Man bekommt dort ein Beck´s für 3€, Cocktailsl für 8,50€ (!), Tequila (5 cl) für 9€ und alles andere, was man will! Alkohol ist so unglaublich teuer hier, außer Bier und Wein, das könnt ihr euch nicht vorstellen! Ich habe auf der Karte auch Whisky gesehen- Jonny Walker- für 16 €- ich habe die türkischen Girls gefragt, wie viel Flaschen das sind, aber sie haben mir nur gezeigt, wie viel im Glas ist- zwei-Finger-breit! Ja, irgendwann gegen halb zwölf haben wir dann den Heimweg angetreten, da zu dieser Zeit die letzten Busse fahren – gegen halb eins waren wir dann zu Hause.

Heute hatten wir das erste mal so richtig Freizeit- und was machen Mädchen da? Shopping! Unser Plan war es gegen Mittag nach Alsancak– dem Herzen Izmirs- zu fahren und dort das Basarviertel „Kemeraltı“ zu besuchen, aber leider wurde daraus nichts! Wir wussten nicht, dass Sonntags alle Izmiraner unterwegs sind, aber wirklich alle! Die Straßen waren dicht! Die Bürgersteige auch – der Wahnsinn (mein Lieblingswort hier). Normalerweise braucht man mit dem Bus, der uns Studenten 30 Cent pro Fahrt kostet, 30 Minuten bis Alsancak – heute hätten wir 100%ig 1,5 Stunden gebraucht, wenn wir überhaupt in einen Bus, dem Hauptverkehrsmittel hier (Izmir hat zwar eine Metro, aber nur mit 10 Stationen, die man in 10 Minuten abfährt), gekommen wären, da diese natürlich alle total überfüllt waren. Also beschlossen Lotte, Vici und ich in unserem Stadtteil – Buca– zu bleiben, der wirklich sehr schön ist!

Alle Türken sagen, dass Buca nicht so toll ist – sie lieben Alsancak, ich denke, weil dort alles wie in Europa aussieht. Uns gefällt es glaube ich grade hier so gut, weil es nicht so aussieht, weil es anders ist. Zum Mittag waren wir (zwei Deutsche und eine Belgierin) in einem türkischen Imbiss und haben uns Pide (Fladenbrot) bestellt- mit Fleisch und Käse, was anderes gab es dort nicht. Es war wie eine Pizza, schmeckte aber wirklich viel besser! Sau geil! Wir haben vornewg noch einen Salat bekommen – aber ich habe ja schon von den Früchten und dem Gemüse geschwärmt. Aber das ist so lecker hier, so geschmackvoll, man braucht/ will kein Dressing! Deswegen machen die Türken einfach nur frischen Zitronensaft über ihren Salat. Nachdem wir dann unsere große Portion Pide aufgegessen haben, ging´s ans Bezahlen. Ich glaube, die haben uns schon wieder beschissen, aber für 2,50€ war es trotzdem sehr günstig und sehr gut, auch wenn ich nicht wissen will, was unser deutsches Hygieneamt mit diesem Laden machen würde (verbrennen).

Nach dem Essen gingen wir auf den Basar in Buca: Olivenstand auf dem BasarLeute- der Wahnsinn! Ich hoffe, die Bilder bringen das Feeling und die Atmosphäre dort rüber, aber ich glaube nicht ganz. Wir sind auf diesen Basar gekommen und haben für 5 Minuten nichts gesagt, einfach nur große Augen gemacht und geschaut. Wir konnten links, rechts und nach vorne kein Ende sehen, überall Stände mit Klamotten, Schmuck, Taschen, Brillen, Früchten (was für welche!), Käse, Oliven, Süßigkeiten, etc. und zwischendrin kleine Gassen, in denen sich hunderte von Menschen drängelten – wirklich beeindruckend. Und erst diese Lautstärke- Jeder Verkäufer schrie, so laut er konnte. Besser als auf dem Hamburger Fischmarkt. Ja, nachdem wir dieses Labyrinth verlassen hatten, sind wir zu unserem Dorm (Wohnheim) zurück und haben versucht Wäsche zu waschen.

Hier sind zwar wirklich viele Waschmaschinen, aber entweder besetzt oder kaputt. Wir hatten dann auch eine gefunden, die wir mit unseren neu gekauften Handtüchern füllen konnten. Nachdem Vici dann nach ca. 2 Stunden die Wäsche in einen Trockner schmeißen wollte, begegneten ihr zwei Jungs. Sie fragt, wie die Tür der Waschmaschine aufgeht, dann drückt einer der beiden zwei mal hintereinander auf den An-/Aus- Knopf- die Maschine startet ihr Programm von vorne! Wrong Timing- wir haben morgen früh nämlich keine Zeit, so dass wir die Wäsche bis Nachmittags in der Maschine lassen müssen – ich bin sehr gespannt, ob sie noch da sein wird!

Achso, eins hab ich noch vergessen: Bevor wir heute zum Mittagessen gegangen sind, wollten wir (zum einen Vici und ich und zum anderen Lotte) unsere Schlüssel nachmachen lassen, so dass jeder einen hat. Einen Laden für so etwas zu finden, war kein Problem, zu sagen, was wir wollen auch nicht, der Preis, 1,50 Lira (75 Cent), war auch kein Problem, problematisch war nur unsere Tür mit dem nachgemachten Schlüssel zu öffnen! Es geht nicht! Wir versuchen morgen noch einmal hinzugehen, aber ich denke, der Verkäufer wird sich nicht an uns „erinnern“!

Es ist wirklich komisch hier – die Türken gucken uns an und sie wissen, dass wir nicht von hier sind. Manchmal fühl ich mich wie ein Tier im Zookäfig – alle starren und wollen mit dir spielen. Aber ich denke, dass ist vollkommen normal. Nichts desto trotz sind sie so dermaßen hilfsbereit:

  • Steffi (die andere Belgierin) ist gestern Abend mit dem Bus irgendwie auf dem Platz gelandet, wo sich alle treffen und die Busse die Nacht über stehen. Sie wusste nicht, wo sie war, es war 23 Uhr und dunkel,sie kann kein türkisch und sie ist blond! Irgendwie hat sie es geschafft, dem Busfahrer zu erklären,wo sie wohnt und dass sie nicht weiß wo sie ist – er hat den Bus wieder angeschmissen und sie nach Hause gefahren! Wer würde das in Deutschland machen?
  • Wir waren heute nach dem Basar noch im Supermarkt einkaufen – Besen, Wischer, Waschpulver und all sowas. Wir drei Mädels waren also sehr beladen. Wir haben ein Taxi zum Dorm genommen, was uns zu dritt 2,50 € gekostet hat. Als wir am Dorm ausstiegen, gingen ein paar Studenten an uns vorbei und wollten uns helfen unsere Beutel zu tragen – wer macht das in Deutschland? Sie haben uns gleich auf englisch angesprochen- die sehen einfach, dass wir Ausländer sind. Ich denke, in maximal 2 Wochen sind „die 4 Mädels vom Dorm“ so bekannt, wie ein bunter Hund.

 

Ich habe schon wieder soooo viel geschrieben, aber ich möchte auch nichts auslassen. Es ist auch schon wieder so spät- gleich 3 Uhr! Ich hab morgen meinen ersten Tag an der Uni und muss gegen sieben aufstehen– ich werde berichten!

Danke für die lieben Kommentare- give me more!

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3 Gedanken zu “Ephesos – Kannst du mich hören?

  1. Huhu, man dass ist ja ein Riesentext, den hab ich ja gar nicht in meiner wertvollen Arbeitszeit geschafft zu lesen 😀

    Das Wichtigste zuerst: Nein das Bier kenne ich nicht. Wenn du mich also in die Geheimnisse der türkischen Braukunst einführen möchtest, wäre ich dir sehr dankbar (btw: heißt das dort eigentlich Bür? Jaja ich weiß, aber einen ü-Witz wollte ich wenigstens bringen)

    Und waren Eure Handtücher noch da? Ich kann mir ja wirklich nicht vorstellen, dass die dorm-Girls dort beklaut werden.

    Ja solche Gastfreundschaft bzw. Hilfsbereitschaft würde man sich hierzulande wirklich auch mehr wünschen. Und ich hätte dich vor den Pide-Abzockern waren sollen 😀

    So, ich werd dann mal langsam ins Bettchen. Hab heute übrigens einen Candy-Gedächtnis-Döner gegessen, nur für dich. Mit den Früchten beneide ich dich wirklich, hier kann man ja zur Zeit nicht mal Tomaten essen und die Gurken kosten auch ein Vermögen.

    Soo … jetzt aber wirklich. Lasst es euch gut gehen und wir freuen uns auf die nächsten Berichte.

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  2. Hallo mein Schatz,

    toll toll toll dein Blog, wie eine Reise in die Türkei die wir mit dir zusammen erleben. Nur das wir die schönen Früchte nicht essen können. So freu ich mich noch mehr auf den besuch bei dir.
    Es ist auch schön das die Einheimischen so freundlich sind, aber ich muß dich waren. Nicht alle wollen nur hilfsbereit sein! 🙂

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