Just for Turkish people?

Istanbul: Just for turkish people

Der zweite und letzte Tag in einem Doppelstockbett in der Metropole, die sich als Einzige auf zwei Kontinenten (Europa – Asien) erstreckt und mit zu den ältesten Städten der Welt zählt.

Der vierte von acht Tagen sollte, wie der Vorige auch, ganz im Zeichen der Kultur stehen. Außerdem war es der Tag, an dem wir vom Hostel mit Kaffeeautomat in ein Hotel mit Instandkaffee umzogen. Tagesanbruch war wie gewöhnlich (für mich) 8:00 Uhr, Frühstück 8:45 Uhr und Aufbruch 9:30 Uhr.

Erste Station an diesem Tag war Aya Sofya oder auch Haghia Sophia, einst eine christliche Kirche (Church of the Divine Wisdom, was so viel heißt, wie „Kirche der göttlichen Weisheit“), dann mehrmals zerstört und wieder aufgebaut, dann, bis 1932, eine Moschee und heute ein Museum, aber fragt mich bitte nicht für was!

Mein Interesse weckte vor allem dieses Schild am Eingang bzw. der Kasse: „Just for turkish people“? Ja, das hörten wir schon öfter, Diskriminierung nennt man das und es war nicht das einzige Beispiel für eben dieses böse Wort, nur der einzig bildliche Beweis:

Just for turkish people

 

  1. Als wir am Vortag in den Topkapı Palace mit unseren Museumskarten hinein wollten, versuchten wir unsere beiden Mädels Katka und Steffi, die keine Museumskarten haben, da irgendwie umsonst reinzubringen. War auch nicht schwer, einfach Studentenausweis und Museumskarte übern Zaun gereicht, fertig. Keiner der anwesenden Kontrolleure bemerkte etwas, obwohl auf beiden Karten ein Passfoto ist, nur schaute dort niemand drauf. Nun gut, Steffi stand dann am Eingang und konnte aber nicht passieren, da die Karte für dieses „Museum“ schon benutzt wurde. Der Kontrolleur dachte natürlich, dass irgendetwas mit der Karte nicht stimmt und reichte ihr eine Freikarte, die sie am anderen Eingang einlösen sollte. Dort sagte man ihr aber, dass eben diese Karte „nur für turkish people“ gilt. Nach einer Diskussion konnte sie jedoch passieren.
  2. Bei Mc Donalds gibt´s gerade ein Angebot: 2 Big Mäc´s, ne´ Cola und Pommes für ca. 12 Lira. Als Ondra und Katka genau das bestellten, wurde ihnen zuerst gesagt, dass es „nur für turkish people“ gilt. Dann, nach ein paar Worten, war es auf einmal eine Aktion, die mit Avea (türkischer Kommunikationsdienstanbieter) verbunden ist. Dann, nach ein paar mehr Worten, hatten sie es dann.

Aber wieder zurück zur Aya Sofya: natürlich war die Schlange für „not turkish people“ elend lang und die für „turkish people“ nicht. Ein Glück haben wir unsere Museumskarten. In der Kirche, äh… in der Moschee, äh… im Museum ist es schon imposant- viele Mosaike, viele davon jedoch leider übermalt, warum, weiß ich nicht- die Fenster, wie in Kirchen, geschmückt bzw. verziert mit Jesusbildern, Christliche Kreuze an den Decken, die mit anderen Zeichen oder Symbolen übergemalt sind, ein riesiger, goldener Altar- eine Mischung aus Moschee und Kirche eben.

Aya Sofya

Im „zweiten Stock“ der Kirche, äh… der Moschee, äh… des Museums befindet sich eine Bilderausstellung. Nach fast eineinhalb Stunden mussten wir dann auch zurück zum „Dongyang“ unser Gepäck holen, denn bis spätestens um 11 Uhr mussten wir ausgecheckt haben.

Vom Hostel ging es dann zum Hotel „Big Orange“-> Gepäck hinstellen , Dachterrasse bewundert und weiterAusblick von der Dachterrasse des "Big Orange". Vorbei an einem Tourism-Office, in dem wir eine Derwisch-Vorführung für den gleichen Abend gebucht haben und nach Touren zum Schwarzen Meer gefragt haben. Touren zum Schwarzen Meer hatten sie nicht, aber dafür einen guten und günstigeren Tipp: es fahren Dolmuşes von Istanbul nach Şile, einem bekannten Badeort am Schwarzen Meer.

 

Glücklich und zufrieden machten wir uns zur nächsten Touristenattraktion auf: YerebYerebatan Sarnıcı - Zisternenatan Sarnıcı– die Zisterne von Istanbul, Drehort für James Bond- Liebesgrüße aus Moskau. War beeindruckend und es stellte sich mir wieder die Frage: wie haben die das früher gebaut, ohne Kräne, Baumaschinen, etc.? Natürlich war auch hier alles sehr touristisch- Fische in den Becken, Musik im Hintergrund und, und, und. Trotzdem war es schön mal eine große Zisterne von Innen gesehen zu haben.

 

Da an diesem Tag mal endlich so richtig die Sonne schien und die „Kulturleute“ ins Archäologische Museum wollten, beschloss ich mit Katka, Ondra und Lotte einfach mal faul im Café rumzuasseln. Toll, toll, toll. und ich hatte endlich mal Zeit meine Postkarten zu schreiben. Leider brauchten die anderen nicht so lange, wie gehofft und nach eineinhalb Stunden war die schöne Zeit vorbei. Als es im Café ums Bezahlen ging, passierte dasselbe, wie jedes mal: eine übermäßig teureCafé in der Sonne Istanbuls Rechnung. Nicht nur, dass (wie bei den meisten Cafés und Restaurants, nicht allen) das Trinkgeld, als „Service“ getarnt schon mit auf der Rechnung steht, nein, da standen mehr Getränke auf der Rechnung, als wir hatten. Nach einer Diskussion bezahlten wir dann stolze 10 Lira weniger als die eigentliche Rechnung. Ich verstehe es wirklich nicht! Es ist fast unmöglich in Istanbul eine korrekte Rechnung zu bekommen. Bei fast jedem Restaurantbesuch war die Rechnung höher und immer dieser „Service“ draufgeschlagen, den man nicht bezahlen muss!!! Wer bezahlt das denn bitte schön? Wenn das Trinkgeld, was ich normalerweise freiwillig gebe, schon mit auf der Rechnung steht, ja Hallo, was ist das denn? Da kann der Service noch so gut sein und ich gebe kein Trinkgeld wegen dieser Frechheit. Zwei Restaurants haben wir in acht Tagen gefunden, die nicht bescheißen wollten, da hab ich dann auch gerne Tip gegeben. So, das musste ich jetzt mal loswerden!!!

Wir machten uns langsam auf dem Weg zu unserem nächsten Tagesordnungspunkt: Space Bazaar – Gewürzbasar. Vorbei an „unserem“ Shop: "Unser" Shop

vorbei am Paradies für Steffi, die jetzt 126 Paar Ohrringe besitzt- kein Witz!!! 🙂

Girls Paradise

 

Spice BazaarVom Spice Bazaar bin ich ein wenig enttäuscht gewesen, da es dort neben vielen anderen Sachen auch Gewürze gab, aber halt nur neben vielen anderen Sachen. Ungefähr 40% des Basars bestanden nur aus Gewürzen, was der Name „Spice Bazaar“ nicht gerade verriet. Über diese Enttäuschung hinweggekommen, war die Zeit dann auch schon ran für die Derwisch-Show.

 

Ein Derwisch ist im Allgemeinen ein Mitglied einer muslimischen Ordensgemeinschaft. Eine dieser Gemeinschaften ist der Mevlevi-Orden, der den bekannten Trancetanz ausführt, um zuerst in religiöse Ekstase zu verfallen und dann mit Allah in Kontakt zu kommen.Derwisch- Show Ja, so weit, so gut. Schauplatz war der „Event-Room“ in der Sirkeci Train Station und wir saßen auf weißen  Plastestühlen. Die erste halbe Stunde wurde nur Musik gespielt, dann aus dem Koran vorgelesen, dann kamen die Tänzer, die sich wirklich nur im Kreis drehten, immer und immer schneller. Da war ein Opi dabei, wo ich dachte, oh mein Gott, wie ist die Nummer vom Notarzt? Am Ende wurde noch einmal aus dem Koran vorgelesen und dann war es auch schon wieder vorbei. Fazit: es war interessant und anders, aber noch einmal würde ich es mir nicht anschauen.

Nach der Show gab es dann Abendbrot und dann noch ein paar Bier im Hotel.

 

In der Istanbul-Reihe „Ev, güzel ev befinden sich noch:

 

Die Nachtschwärmer im Hotel

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2 Gedanken zu “Just for Turkish people?

  1. Moin Moin Schatzi,
    du bist ja ein Kulturfreak geworden. Das ich das noch erleben kann,das ist ja Wahnsinn. Du überrascht mich immer wieder.

    Lieb Dich

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  2. Ja da kann ich dem Schatzi-Schatz nur zustimmen. Soviel Kultur auf einen Haufen – ist das überhaupt gesund? Diesen Derwisch-Tanz hab ich schonmal im TV gesehen, stell ich mir wirklich interessant vor.
    Meinst du das die Leute nur bei Touristen mit den Rechnungen bescheißen? In manchen Ländern wird doch das Trinkgeld auf der Rechnung gleich mit aufgeführt. Aber ich kann dich beruhigen, als wir letztens im Panorama waren, wollten sie uns auch 3 Bier mehr abknöpfen, als wir getrunken haben.

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