Bodrum, Fethiye, Kappadokien – seid ihr bereit?

Izmir bei Nacht

Das Leben in Izmir nach Istanbul ging ohne große Verschnaufpause einfach weiter – nichts hatte sich verändert.…auch nicht, dass Mittwoch Uni-Tag ist, d.h. früh raus.

Und für was? Paahhh, ich war schon wieder kurz vor´m Platzen! Fast pünktlich kamen wir zu unserer PR-in-Tourism-Vorlesung: Vorträge von Studenten. Apropos – unserer ist am 20. Mai und zwar über Corporate Identity, ein 20-Seiten-Bericht gehört natürlich dazu, versteht sich von selbst, wa? Zurück zum Kern: eigentlich sollen unsere Vorträge eine halbe Stunde lang sein, die zwei Vorträge, die wir an diesem Mittwoch gesehen haben, gingen zusammen dreißig Minuten. Daher hatten wir auch wieder mal „zeitig“ um elf Feierabend mit unserer ersten Vorlesung und damit mal wieder zwei Stunden Wartezeit auf dem langweiligsten Campus bis zur Zweiten. Nachdem wir diese dann irgendwie rumbekamen, fing um eins „International Hotelmanagement“ an: Englische Folien, türkische Erklärung. 45 Minuten haben wir es ausgehalten, es ist wirklich etwas schade.Dann haben wir unsere Sachen gepackt, haben der Professorin einen kleinen, bösen Blick zugeworfen und sind gegangen. Leider kann ich euch noch keine Ergebnisse dieser beiden Examen mitteilen, da die PR-Professorin keine Zeit hatte, um die Prüfungen zu kontrollieren und die andere Tante haben wir ja dann auch nicht mehr gesprochen.

Wieder zurück im Wohnheim mussten Vici und ich uns zum einen erst einmal um unser etwas vernachlässigtes Zimmer kümmern und zum zweiten um unsere Dreckwäsche, die in Istanbul entstanden ist und davon gab es eine Menge, da es ja ziemlich „frisch“ war und dementsprechend viel anziehen mussten. Und hier ein Bild, Fünf freie Waschmaschinen, wie ein Sechser im Lottowas es noch nie gab und nie wieder geben wird: ein von zwei Räumen mit Waschmaschinen, war komplett frei, nur für uns, d.h. wir hatten FÜNF frei Maschinen, das passiert nur einmal in 30 Jahren und ich glaube damit haben wir unser Glückspotential für das restliche Jahr ausgeschöpft.

Donnerstag startete ganz easy… Es war gegen um eins, als ich den ersten Fuß außerhalb des Wohnheims setzte, abgesehen natürlich von meinem Balkon zum Rauchen, aber der zählt zum Inneren des Wohnheims. Ja, aufgerappelt habe ich mich nur, weil ich Hunger hatte und mir unser Fast-Food-Restaurant langsam zu den Ohren raus kommt. So machten Vici und ich uns auf, um mit der Lotte, die Arme hat Vorlesung, Mittag essen zu gehen.

Es gab ein eineinhalb Meter langes Fladenbrot, ein Mix aus Pide und Lamacun, belegt mit Gemüse und Fleisch, dazu Knoblauch-Soße – super! Beim Essen erzählte uns Lotte dann, dass wir den nächsten Tag, 1. Mai, einen Feiertag hätten, der die Woche davor erst von der Regierung beschlossen wurde. Eigentlich wäre Freitag ja unsere Türkisch-Nachhol-Klausur gewesen, doch nachdem wir uns bei mehreren Quellen vergewissert hatten, dass der 1. Mai nun wirklich ein Feiertag ist, auch wenn es in keinem Kalender steht, sahen auch wir ein, dass wir nicht mehr lernen mussten.

Mittwoch hatten wir nach der Uni ein neues „Börek-Café“ in Buca ausprobiert, was super Börek (ich bin ein wirklich riesiger Fan von Börek in allen Varianten geworden), aber auch kleine Schokoladendinger gefüllt mit Kirschen anbietet. Da sind wir dann nach dem Mittag noch einen Kaffee trinken gegangen und haben endlich mal wieder ein paar Minuten Sonne genießen können.

Für den Abend war dann endlich mal wieder ne Party geplant: 80er und 90er Jahre Party. Wir hatten den Aushang für die Party in unserer Uni während unserer zweistündigen Wartezeit entdeckt. Anfangs war ichIzmir bei Nacht ja bisschen skeptisch, aber nach eineinhalb Bier in einer nicht so kalten Nacht am Mittelmeer war ich gut drauf und bereit für türkische 80er und 90er – Nichts da, angekommen am Club hörte ich bekannte Geräusche – tanzbare Musik! In einer zehntel Sekunde hatte ich die zehn Lira Eintritt bezahlt, meine überschüssigen Klamotten abgeworfen, noch mal schnell meine Blase entleert, mir mein Bier an der Bar abgeholt und war bereit endlich mal wieder zu tanzen. Und es war wirklich ein lustiger Abend, leider ein wenig zu kurz, denn wir mussten den letzten Bus um Mitternacht wieder zurück nehmen. Es war nicht allzu schlimm, da die Partys in der Woche schon immer gegen acht starten, wir waren gegen halb zehn da und man soll ja eh immer dann gehen, wenn es am Schönsten ist.

Nachdem ich dann Freitag erst mal eine halbe Stunde zu spät aufgestanden bin, wurde der Tag immer besser: zum Mittag machten Lotte und ich Nudelsalat, ja ich! War richtig lecker. Dann fuhren Steffi, Lotte und ich nach Kızlar Ağası, ein kleines Einkaufszentrumchen für Souvenirs und Schnick Schnack, um für die beiden bzw. ihre Freunde und Familien Souvenirs zu kaufen, da sie in zwei Wochen eine Woche Heimaturlaub machen und schon alle Souvenirs mitnehmen wollen. Schön war´s gewesen, auch für mich: hab´ mir eine ganz kleine, süße, schwarze Nargile gekauft, mit Koffer, allem Drum und Dran und ein Päckchen Tabak für 25 Lira. Am Abend waren wir dann bei Rana und ihrer Familie eingeladen. Wir nahmen gegen um sieben die Fähre von Konak nach Karşıyaka, vorher noch ein paar Blumen für die Mutti gekauft und dann stapften alle sechs Erasmusstudenten in die Wohnung von Ranas Eltern.

Erasmusstudenten zu Gast bei Rana

Natürlich hatte ich mich auf ein echt türkischen Abend gefreut, war gespannt auf die Sitten und Bräuche der Familie, etc.- wieder nichts da, keine Sitten, keine Bräuche, die Familie ist noch nicht mal gläubig, nett sind sie natürlich trotzdem und enttäuscht war ich auch nicht, ganz im Gegenteil: Die Mutti hatte für uns gekocht!!! Börek!!!- Als Vorspeise in verschiedensten Varianten: mit Käse, mit Spinat und Käse, mit Kartoffeln, wunderbar, damit hatte sie mich! Nachdem alle mit dem Hauptgericht angefangen haben, hing ich noch an meinem dritten Stück Börek. Aber natürlich habe ich, wenn auchErasmusstudenten zu Gast bei Rana nur ein kleines bisschen, vom Reis und dem Hähnchengeschnetzeltem probiert- auch toll. Im Reis war Zimt, wo ich ja erst dachte, AllahAllah, ob das schmeckt? Ja, es schmeckt gut! Das auf dem Foto ist „Oğulum“, der Hund von der Familie, der Ondra geliebt hat, ihn andauernd angemacht, abgeschleckt hat und um ihn rumgelaufen ist, oder war es andersrum? Nach ein paar Bier mit Ranas Papa und ein paar Zigaretten mit Ranas Mama, sind wir dann gegen 23.15 Uhr aufgebrochen.

 

Samstag

 

Von Samstag kann ich gar nicht soviel erzählen, da ich Samstag überhaupt nichts anderes gemacht habe, außer meinen Blog geschrieben und meine Nargile ausprobiert habe. Ich war mal so richtig faul, wollte nicht rausgehen, da es genauso fast den ganzen Tag aussah: Mittags hat es hier so heftig gewittert, man man man. Und was macht man an so einem Tag normalerweise in Deutschland auch, wenn man hungrig ist, der
Kühlschrank leer ist und man keinen Schritt vor die Tür setzten will? SamstagGenau: Essen bestellen! Eines der Hobbies vieler Türken – alle fünf Minuten kommt ein Moped von irgendeinem Lieferservice auf den Hof des Dorms gerast, um den faulen Studenten ihr Essen zu bringen. Samstag waren wir dann auch mal faul und bestellten Iskender.

Leider war ich nicht beim Telefonat mit dem Bringdienst dabei, hätte gerne das erste Mal Essen bestellen miterlebt, Vici hat ganz alleine bestellt und nach zwanzig Minuten hatten wir zwei mal Iskender vor uns zu stehen. Well done, Vici. Abends haben wir dann, wie schon erwähnt, meine neue Nargile ausprobiert – super Ding!!!

Meine kleine, süße, schwarze, neue Nargile

Mein eigentlicher Plan für Sonntag war nach Diplomandenstellen zu suchen und abends mit den anderen chinesisch essen zu gehen, ja wie das mit Plänen nun mal so ist, die ändern sich ständig. Es war schönes Wetter, wir hatten Energie vom faulen Vortag, so beschlossen wir, anstatt erst abends, schon gegen zwei nach Alsancak zu fahren und bisschen rum zu gucken. Angekommen, schlenderten wir durch die Straßen, besuchten ein paar Läden und beschlossen dann mal ins Reisebüro zu gehen und nach ein paar Angeboten zu fragen. Ja, eineinhalb Stunden später hatten wir für kommendes Wochenende, exakt von Samstag bis Dienstag, ein Hotel in Bodrum (250 km südlich von Izmir) gebucht und hatten ein unschlagbares Angebot für Fethiye und für Kappadokien in der Tasche.

Karte Türkei- Bodrum, Fethiye, Kappadokien

Während des Aufenthalts im Reisebüro riefen wir noch ein paar Leute an, ob sie mit nach Bodrum kommen und spontan sind wir jetzt fünf Leute (Lotte, Steffi, Jiri, Katka und ich), die nächstes Wochenende für vier Tage in ein vier-Sterne-all-inclusive-Hotel fahren. Da noch keine Saison in der Türkei ist, sind die Hotelpreise recht günstig und die Bustickets sind auch bezahlbar:

Izmir-Bodrum und zurück für 25€. Für das vier-Sterne-all-inclusive-Hotel bezahlen wir insgesamt  90€. Gleichzeitig machten sie uns ein super Angebot für ein Hotel in Fethiye- 33 Lira (15€) pro Nacht, pro Person, all inclusive, direkt am Meer an der Südküste – das haben wir heute vom 23. Mai bis 26. Mai gebucht. Busticket nach Fethiye und zurück: 35€. Wow, oder? Dass wir ein Trip nach Kappadokien machen, stand ja schon länger fest, nun haben wir auch die Daten: vom 28. Mai bis 31. Mai werden wir im 15-Busstunden entfernten Kappadokien sein. Spätestens nächste Woche müssen wir buchen, um den unschlagbaren Preis von 195 Lira für das Komplettpaket Kappadokien zu bekommen. Der Mai wird aufregend. Mit diesen guten Neuigkeiten trafen wir uns dann abends beim Chinesen:

Beim Chinesen

und feierten unser Glück noch mit einem Bier im Fıstık.

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Ein Gedanke zu “Bodrum, Fethiye, Kappadokien – seid ihr bereit?

  1. Du bist ja richtig auf Achse dort. Das find ich schön. Und der Preis für den Kurzurlaub ist wirklich super. Faulheit muss ja auch mal sein und wenn man dann mit neuer Energie durchstarten kann, ist´s ja umso besser. Wünsch euch viel Spaß bei eurem Trip.

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