Airbnb Gastgeber werden?

Du überlegst gerade, ob du deine Wohnung bzw. ein Teil davon über Airbnb vermieten willst? Ich war drei Monate Airbnb Gastgeber und berichte dir mit Freuden über meine Erfahrungen, vielleicht hilft es dir ja bei deiner Entscheidungsfindung.

Fangen wir mit einer schlichten Auflistung der Vor- und Nachteile an.

Vorteile:

  • ganz klar: das verdiente Geld
  • du lernst viele liebe Leute aus der ganzen Welt kennen
  • du kannst deine verrosteten Englisch-, Spanisch-, Portugiesischkenntnisse aufbessern
  • du kannst frei entscheiden, wann du Gäste haben willst und wann nicht
  • du bist in der Preisgestaltung völlig flexibel
  • es ist was los bei dir, es ist Abwechslung in der Bude
  • Airbnb ist als Plattform sehr organisiert, bietet guten Support und hat Millionen Mitglieder, die eine Unterkunft suchen
  • Versicherung, falls mal etwas kaputt geht
  • Sicherheit: Airbnb verifiziert unheimlich gern (Geschichte dazu gibt es weiter unten) mit allen möglichen Profilen, Telefonnummern, Ausweisen, Videos, etc.

Nachteile:

  • wenn du einen Gast hast, musst du putzen, aufräumen, Betten beziehen
  • Organisation der Schlüsselübergabe am Ankunfts- und Abreisetag
  • Papierkram mit Vermieter und Finanzamt (der Vermieter muss einer Untervermietung zustimmen und du musst die Einnahmen bei der Steuererklärung angeben)
  • Bei manchen Leuten: ein komisches Gefühl einen Fremden in den eigenen vier Wänden zu haben
  • du zahlst pro Buchung 3% Gebühren, aber dafür hast du
    • die Plattform, musst dir um Marketing keine Gedanken machen
    • einen guten Service
    • eine Versicherung über 800.000€, falls mal etwas kaputt gehen sollte

Darum liebe ich Listen, sie geben auf einem Blick wieder, was sonst Tausender Worte bedarf. Natürlich ist diese Liste auch sehr subjektiv, vielleicht fallen dir auf Anhieb noch mehr Kehrseiten ein?! Wenn für dich die Nachteile überwiegen, dann weißt du jetzt, dass Airbnb Gastgeber sein nichts für dich ist. Das ist doch auch was! Wenn du immer noch überlegst oder du eher Richtung ´Gastgeber sein´ tendierst, dann hier ein paar Worte zur Handhabung und zum Ablauf im Allgemeinen:

Anmeldung bei Airbnb

Die Anmeldung ist denkbar einfach: Du gehst auf airbnb.de (wenn du diesen Link nimmst, bekommst du als Reisender sogar noch 22€ Guthaben) und registrierst dich entweder neu oder meldest dich mit deinem Facebook- oder Google-Profil an. Die Navigation ist kinderleicht zu handhaben. Gib alle nötigen Informationen an, vergiss nicht deine Kontodaten und die Auszahlungspräferenz anzugeben, sonst kannst du dein Geld natürlich nicht bekommen. Vervollständige auch dein Profil mit Infos über dich und mit Bildern von dir – du würdest als Gast ja auch gerne wissen, bei wem du nächtigst, oder? So sieht mein Profil aus:

Mein Airbnb-Profil

Mein Airbnb-Profil

In deinem Account hast du dann alles Wichtige auf einen Blick: alle Nachrichten und Anfragen (du bekommst auch immer eine Mail und/ oder eine SMS dazu, wenn du willst), einen Kalender mit den Buchungen, etc.

Inserat anlegen und veröffentlichen

Auch das Anlegen und Veröffentlichen deines eigenen Inserates ist simpel. Mach ein paar schöne Fotos von deiner Wohnung, vom Bad, der Küche, dem Bett. Erzähl etwas über deine Gegend, wo der nächste Supermarkt ist, wie schnell man im Zentrum deiner Stadt, wo der Airport ist und wie man dort am besten hinkommt. Ich hatte mein Inserat nur in Englisch angelegt, um mir doppelte Arbeit zu sparen. Zum Preis pro Nacht: das kommt natürlich

Mein Airbnb-Inserat

Mein Airbnb-Inserat

immer auf das Angebot an. Hast du ein Einzelzimmer in perfekter Lage zu vermieten, kannst du mehr nehmen. Ich hatte bspw. meine Couch in meiner Wohnküche angeboten und ich hatte nicht das Ziel mit Airbnb steinreich zu werden, daher habe ich nur 14€/ Nacht genommen, ein Schnäppchen in Hamburg. Aber berechne bitte immer die zusätzlichen Wasser-, Strom- und Heizkosten mit ein. Auch musst du Bettwäsche und Handtücher waschen, wenn der Gast weg ist.

Tipp: schau einfach, was andere Gastgeber in deiner Stadt für eine Nacht fordern. Nun setzt du den Status deines Inserates noch auf ´inseriert´ und schon bist du fertig.

Die Gäste kommen/ reisen ab

Nachdem du die ersten Buchungen angenommen hast, steht nun deine erste Gastgeber-Erfahrung bevor. Du kannst natürlich auch Buchungsanfragen ablehnen, wenn es dir zeitlich nicht passt oder dir das Profil des Gastes komisch vorkommt oder er gar schlechte Bewertungen hat. Ich habe bspw. alle Anfragen sofort abgelehnt, wenn das Profil des Anfragenden kein Foto hatte oder wenn keine persönliche Nachricht zur Buchungsanfrage verfasst wurde. Du solltest dich ein paar Tage vor der Ankunft mit dem Gast in Verbindung setzen, um zu klären, wann ihr wo die Schlüsselübergabe organisiert. Wenn du zu Hause sein willst, wenn der Gast kommt, schicke ihm noch einmal eine Anfahrtsbeschreibung zur Wohnung. So, dann kommt der Gast, du zeigst ihm sein Bett, die Wohnung, den Kühlschrank und was du sonst noch willst. MUSST du etwas mit deinen Gästen unternehmen? Du MUSST nicht, kannst aber natürlich. MUSST du dich großartig mit ihnen unterhalten? Du MUSST nicht, kannst aber natürlich. Dann ist der Abreisetag gekommen und du machst dich ans Aufräumen. Die Bezahlung erfolgt ausschließlich über Airbnb, d.h. die Gäste zahlen bei Buchung und du bekommst dein Geld etwas 1-2 Tage nach dem Check-In.

Bewertungssystem

Nachdem dein Gast abgereist ist, habt ihr die Möglichkeit euch gegenseitig zu bewerten, also du deinen Gast und er dich. Die Bewertungen werden nur veröffentlicht, wenn beide Seiten eine Bewertung abgegeben haben, also frage deinen Gast noch einmal ganz lieb, ob er dich bewertet. Denn gute Bewertungen brauchst du, um mehr Buchungen an Land zu ziehen.

Nun hätten wir schon mal alle Fakten zusammengetragen. Was fehlt noch?

  • Ein paar kurze Storys zu den Gästen
  • Meine ganz subjektive Meinung darüber, ob man Gastgeber werden sollte
  • Meine schlechteste und beste Erfahrung
  • die Antwort auf die Frage: Warum bin ich kein Airbnb Host mehr?
  • ein letztes Schmankerl zum Wundern

Ok, los:

Die Gäste

Ich hatte so ein Glück, man glaubt es kaum. Alle, wirklich durchweg alle waren irre lieb, spannende Charaktere und eine Bereicherung für mich und mein Leben. Wie gesagt, ich habe nur meine Couch in meiner Wohnküche vermietet, mit Privatsphäre war da für beide Seiten nichts. Aber es war beiden Parteien im Vorhinein klar und damit herrschte immer angenehme Hostelatmosphäre. Meine Gäste kamen aus der ganzen Welt, die meisten aus Australien. Zwei Mädels habe ich sehr lieb gewonnen, Marta aus Lissabon, die ich bald mal besuchen fahre und die liebe Hue aus Australien, mit der ich noch viele Mails schreibe. Also: es lohnt sich, es können auf jeden Fall tolle Bekanntschaften, wenn nicht sogar Freundschaften, entstehen.

Meine ganz subjektive Meinung

Werde Airbnb Gastgeber, es ist eine tolle Erfahrung, mit der du, wenn du das möchtest, leicht Geld verdienen kannst.

Meine schlechteste und meine beste Erfahrung

Die schlechte zuerst: Airbnb hatte für zwei Tage mal meinen Account gesperrt, weil sie dachten, ich hätte ein Fakeprofil. Zuerst sollte ich Scans meines Ausweises hinschicken, hab ich getan. Dann sollte ich mein Airbnb Profil mit meiner Facebook Seite verknüpfen, hab ich gemacht. Dann sollte ich mein Profil mit meinem Google-Account verknüpfen, was ich auch tat. Schon langsam genervt, denn weder meine zukünftigen Gäste konnten mich erreichen, noch ich sie, musste ich dann noch ein Video von mir an Airbnb schicken. Das alles zog sich über zwei Tage, mit vielen Mails und Anrufen, bis mein Account endlich wieder entsperrt war. Daran sieht man aber, dass sich Airbnb um Sicherheit bemüht.

Nun die beste: dass ich all meine Gäste kennenlernen durfte, v.a. Marta und Hue. Das Geld tut meinem Sparbuch natürlich auch gut.

Warum ich kein Airbnb Gastgeber mehr bin

Ganz einfach: Ich bin vor Kurzem aus meiner Wohnung wieder in eine WG gezogen. Bevor ich meiner Mitbewohnerin das Konzept Airbnb mal vorstelle, müssen wir uns erst einmal noch kennenlernen.

Ein letztes Schmankerl zum Wundern

Aus der Rubrik: wie klein die Welt doch ist.

Ich hatte euch letztens über mein Wochenende in Köln berichtet, dass ich dort Matze kennenlernte, der die Free-Walking-Touren anbietet. Auf der Tour lernte ich unter anderem auch noch Karandeep, einen Inder, kennen. Wir verlinkten uns auf Facebook und blieben so ein bisschen in Kontakt. Da ich auch mit den meisten meiner Airbnb Gäste auf Facebook befreundet bin, sah ich doch tatsächlich eines Tages einen Kommentar von Emily, einem Gast aus Australien, unter Karandeeps Post! Wie klein die Welt ist: Emily und Karandeep haben sich in Köln durch Chouchsurfing kennengelernt. So kann´s kommen.

Falls noch Fragen offen sind, beantworte ich diese natürlich super gern.

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