Plitvicer Seen – Was´n das?

Ich bin ehrlich: wäre ich geschäftlich nicht nach Kroatien gekommen, hätte ich dieses Land vielleicht erst im höheren Alter bereist. Es stand auf meiner will-ich-sehen-Liste nicht ganz oben. Umso überraschter war ich, was Kroatien so alles zu bieten hat, abgesehen von Campingplätzen und Kieselstränden.

Da gibt es zum Beispiel einen Nationalpark namens „Plitvicka Jezera“ (Plitvicer Seen), hier ein paar Fakten:

  • Unesco-Weltnaturerbe
  • 16 verbundene Seen
  • ca. 270 Quadratkilometer groß
  • besteht seit 1949
  • unzählige Wasserfälle, der höchste ist 78 Meter, und Kaskaden
  • Aussehen verändert sich stetig
  • liegt in einer Karstlandschaft
  • man darf in den Seen leider nicht mehr baden (aber gut so, sonst haben unsere Kinder diesen Park nicht mehr)

Diese Fakten reichen mir, um mir den Nationalpark einmal anzuschauen. Eigentlich reichen mir schon die Wasserfälle, denn ich steh auf Wasserfälle! Ok, gesagt – getan.

Dann erst mal zu den organisatorischen Sachen: aus jeder größeren Stadt fahren Busse am Nationalpark vorbei. Natürlich könnte man auch Touren von Split & Co dorthin buchen, aber damit kommt man immer teurer, also machen wir es auf eigene Faust. Ich bin ab Zagreb gefahren. In Kroatien sagt man den Busfahrern, wo man gerne aussteigen will, man ist nicht an Bushaltestellen gebunden. Man sagt beim Einsteigen einfach Bescheid (erinnert bei längeren Fahrten vielleicht noch einmal kurz vorher) und schon wird man, wenn gewünscht, mitten in der Pampa herausgelassen. Vorteil: die Busfahrer wissen meist besser, wo man raus muss, als man selbst und man muss nicht noch groß suchen. Das funktioniert aber nur beim Aussteigen so. Beim Einsteigen sollte man an einer Bushaltestelle stehen und auch den Bus ranwinken, wenn man ihn kommen sieht.

Eine Unterkunft für die Plitvicer Seen habe ich im Voraus gebucht, nicht spontan. Grund: es ist alles sehr, sehr weitläufig dort und das Angebot riesig! D.h. man hat die Auswahl zwischen Campingplätzen, Privatwohnungen, Hotels und das in allen Preisklassen. Ich hatte einen Bungalow auf einem Campingplatz gebucht.

Mein Bungalow auf dem Campingplatz Autocamp Korana

Mein Bungalow auf dem Campingplatz Autocamp Korana

Nach 3 Stunden Busfahrt (sehr komfortabel, mit W-Lan, etc.) hat mich mein Busfahrer an meinem Campingplatz rausgelassen und ich konnte einchecken. Ein Träumchen! Der Bungalow war super, zwar nur ausgestattet mit Bett, Tisch und Stühlen, aber was braucht man bei gutem Wetter in der Natur mehr? Wer genauso denkt, dem kann ich herzlichst das Autocamp Korana empfehlen: nette Leute, saubere und ausreichende Sanitäranlagen, Trinkwasser, ein kleiner Laden, eine Bar, ein Restaurant (nicht zu empfehlen), W-Lan in öffentlichen Bereichen, ein Nationalparkbüro, liegt mitten in der Natur am Fluss (kann man auch baden), ist mit dem Bus sehr gut erreichbar und sie haben einen kostenlosen Shuttlebus, der täglich morgens 9.00h zum Nationalpark fährt und nachmittags 17.00h wieder zurück.

Nach einem ausgiebigen Frühstück am nächsten Tag habe ich den Shuttlebus genommen und bin am Eingang 2 des Nationalparks ausgestiegen. Das ist der kleinere der beiden Eingänge, den nicht so viele Leute nehmen, man muss also nicht lange für die Eintrittskarten anstehen. Die öffentlichen Busse fahren vom Eingang 1 ab, aber wie gesagt, beim Aussteigen ist man flexibel. Im Nationalpark selbst kann man zum einen eine kleine Bimmelbahn nehmen, die einen noch weiter in den Park fährt, zum anderen kann sich auch von Booten auf zwei Routen rumschippern lassen. Boote und Bimmelbahn sind nicht kostenpflichtig.

Ich lasse mich also von der Bimmelbahn die Serpentine entlangfahren, genieße tolle Aussichten und schaue lieber nicht in den Abgrund, der sich ohne Leitplanken neben mir auftut. Ich habe keinen Plan, steige einfach aus und laufe los. Laufe durch schöne Wälder, an glasklaren Seen vorbei, beobachte Schmetterlinge und Fische, genieße die Sonne und die tolle Luft, schlendere auf Stegen, die ins Wasser gebaut sind, entlang, betrachte Wasserfälle und die einmaligen Farben des Wassers. Irgendwann, nach geschätzten zweieinhalb Stunden, komme ich am Bootsanleger an und entscheide mich für die längere Bootsfahrt. Ach, wie toll! Herrlich! Am Endpunkt angekommen, mache ich erst einmal Mittagspause. Wer sich nichts mitgebracht hat, kann hier auch sein Mittag kaufen und dazu gleich noch ein Eis, Kaffee, Souvenirs, etc. Es geht weiter durch Wälder, über kleine Pfade im Wasser, entlang der Seeufer. Und es wird voller: mehr Menschen. Bis hierhin war es schön, ja fast einsam, man konnte seine eigenen Schritte und die Bäume im Wind hören. Damit ist jetzt Schluss. Die zweite Hälfte meines Weges war anstrengend, nicht aufgrund der Wege selbst, sondern wegen den Menschenmassen. Es ist noch Nebensaison, Anfang Juni, ich will hier nicht im Juli oder August lang laufen, wirklich nicht!

Nichtsdestotrotz genieße ich den Anblick dieser einmaligen Natur, stehe am Wasserfall und kühle mich ab. Es geht weiter: Treppe rauf, Treppe runter, ein bisschen kraxeln, ein bisschen alte-Leute-Slalom, immerhin will ich noch etwas sehen. Gegen 16.00h bin ich durch, habe wunderschöne Wasserläufe, Kaskaden, und -fälle gesehen, Farben, die so unecht aussehen, aber tatsächlich natürlich sind. Ich gönne mir noch einen Macchiato (kroatisch für Kaffee mit Milch), entspanne, lasse die Eindrücke auf mich wirken und nehme den Bus 17.00h zurück in meinen kleinen, süßen Bungalow.

Lohn sich´s?

Auf jeden! Aber vielleicht nicht im Juli/ August, ich kann nur erahnen, welch Menschenmassen sich dann auf den schmalen Stegen aneinander vorbei drängen müssen.

Kostenaufstellung:

Achtung: die Preise schwanken enorm zwischen Neben- und Hauptsaison (Juli & August), ich war in der Nebensaison da

  • Bus Zagreb – Plitvicer Seen hin und zurück: 20€ (im Bus selbst muss man immer noch ca. 1€ pro großem Gepäckstück, also Backpack oder Koffer, bezahlen)
  • Bungalow 2 Nächte inkl. Frühstück: 45€
  • Eintritt in den Nationalpark: 15€ (24€ in der Hauptsaison)

Tipps & Links:

 

 

Hier die Karte mit meinen bereisten Orten in Kroatien, unter anderen Crikvenica und Rijeka, mit den dazugehörigen Beiträgen. Über Kroatien und Zagreb gibt es auch eigene Beiträge in der Harinezumi-Fotoreihe.

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