Wo bist du Selbstbewusstsein, wenn ich dich brauche?

Wann geht mein Licht auf?

Ich bin keine graue Maus, mitnichten. Ebenso wenig bin ich die Rampensau, die stets und ständig neue Bekanntschaften macht. Ich bin irgendwo in der Mitte, würde mich schon als selbstbewusst bezeichnen. Aber in bestimmten Situationen verkriecht sich mein Selbstbewusstsein an Orte, an denen ich es nicht finden kann. Und gerade in diesen Situationen könnte ich es verdammt gut gebrauchen.

Ich sitze am See, lese vor mich hin, rauche eine, fühle mich gut, genieße die Sonne und mein Leben. Mein Selbstbewusstsein liegt neben mir, lässt sich ebenfalls die Sonne auf den Bauch scheinen und grinst so vor sich hin. Ich lasse meinen Blick schweifen: über die Mädchenclique, die sich mit ein paar Gläschen Prosecco die spannendsten Neuigkeiten erzählt, die Männerclique, die ein halbes Schwein auf dem Grill hat, das Pärchen, was sich angeregt unterhält und zwischenzeitlich knutscht.

Dann fällt mein Blick auf ihn: so ein schöner Mann! Schnell abgecheckt: Hände sehen aus der Ferne gut aus, Gesicht ist fabelhaft, Körper gut gebaut und bemalt, auf den ersten Blick sehr attraktiv.

Er schaut zu mir und lächelt.

Mein erster Gedanke: Oh Gott, habe ich meine Sonnenbrille auf oder hat er bemerkt, dass ich ihn anstarre? Schnell auf die Nase konzentriert: Sonnenbrille sitzt drauf, puuh.

Nun bloß nicht hingucken, am besten in die andere Richtung schauen!

Was ich in der ganzen Aufregung der letzten 3 Sekunden nicht mitbekommen habe: mein Selbstbewusstsein ist weg, es muss sich in dieser Zeitspanne blitzartig in Luft aufgelöst haben, entführt oder erschossen worden sein. Auf jeden Fall ist es weg und ich drehe mich um, damit ich Mr. Schön nicht angucken kann.

Bitte? Das macht doch gar keinen Sinn!

Ok, ich habe Durst, muss mich zwangsläufig wieder in Guckrichtung von Mr. Schön bewegen. Während ich so meine Wasserflasche aus meiner Tasche pule, lasse ich, natürlich ganz unauffällig, meinen Blick in Richtung Mr. Schön schweifen.

Woooaaaah, er guckt auch, schnell wieder umgedreht.

Eine halbe Stunde und tausend Gedanken über Mr. Schön und mich starte ich einen nächsten Versuch der Blickkontaktaufnahme. Ich drehe mich um:

Mr. Schön muss wohl gegangen sein.

Dafür liegt mein Selbstbewusstsein wieder freudestrahlend neben mir, als wenn nichts wäre. Ich versuche erst gar nicht mein Selbstbewusstsein in eine Unterhaltung über die Unsinnigkeit dieser Situation zu verwickeln. Die hatten wir nämlich schon unzählige Male und nie kamen wir auf einen Nenner.

Nun liege ich da, erfreue mich zwar an der Präsenz meines Selbstbewusstseins, gleichzeitig frage ich mich jedoch, ob es nicht einfacher wäre, würde es mich nie mit seiner Anwesenheit beglücken.

Dann hätte ich wenigstens keinen Vergleich. Dann wüsste ich nicht, wie gut ich mich mit ihm fühle, sondern hätte ein immer gleiches Stärkeniveau. Dann wäre ich in solchen Situationen nicht irritiert, würde mich nicht fragen, was bei mir gerade schief läuft, wer gerade die Kontrolle über mich übernommen hat.

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