Es ist raus! Und nu?

It's a first step. There is a long way to go.

Vor einer Weile habe ich über meinen 5-Stufen-Plan berichtet. Nein, kein Diätplan oder fit-in-fünf-Wochen-werden-Plan, sondern mein wie-erfülle-ich-mir-meinen-lange-Reisen-Wunsch-Plan. Dieser kam unter Einfluss von zu viel Koffein, Nikotin und Alkohol zu Stande. Anscheinend laufe ich mit dieser Kombination im Blut zu Hochleistungen auf, denn herausgekommen ist, wie ich finde, etwas sehr ansehnliches.

Wie fing es noch einmal an? Ach ja:

Schritt 1: nach 6 Monate Auszeit fragen

Schritt 2: wenn keine Auszeit, dann Kündigung

Gesamtplan steht, dann kann es ja jetzt an Schritt 1 gehen. Wie stellt man das an?

Meiner Natur würde folgendes Szenario entsprechen: Ich sitze im Büro meines Chefs und sage: „Chef, ich habe mir vorgenommen 6 Monate zu reisen. Entweder du gibst mir diese Zeit frei oder ich kündige.“ Zack, Karten auf den Tisch, kein langes um den heißen Brei reden, klare Kommunikation in zwei Sätzen.

Da ich aber die letzten 29 Jahre gelernt habe, dass die meisten Menschen solch klare Kommunikation nicht so sehr mögen bzw. blöd finden, habe ich wieder einmal meinen Notizblock gezückt und getrunken. Heraus kamen ein paar mehr Sätze. Diese habe ich noch dann extern von einer sehr diplomatischen Freundin prüfen lassen und mich mit ihr auf einen Nett-und-diplomatisch-aber-bestimmt-Kurs geeinigt. Ich würde es ein wenig auf die midlife crisis schieben, aber unterschwellig schon mitteilen, dass ich unzufrieden bin. Mein Textpart im Gespräch mit meinem Chef stand also.

Was würde er dazu sagen? Paah, da kann ich mir alles vorstellen. Von der fristlosen Kündigung bis zur sofortigen Zusage und alle dazwischenliegenden Reaktionen. Genau dieses unberechenbare ließ mich ein wenig vor dem Gespräch zittern. Aber nützt ja nix, ne?

Wagemutig wie ich bin, stelle ich meinem Chef eine Terminanfrage. Und dann ist es soweit.

Ich rattere meinen auswendig gelernten Text halbwegs natürlich und fließend runter und warte gespannt auf seine Reaktion. Er macht große Augen, seufzt und sagt: „Och nee.“

Och nee? Wie? Hä? Er fragt mich, ob ich das denn wirklich alles ernst meine. Ich bejahe. Er meint, 3 Monate wären kein Problem, aber 6? Ich bestehe auf 6. Er fragt, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich zähle die Optionen auf:

1. Unbezahlter Urlaub/ Freistellung

2. Jetzt vorarbeiten, in den 6 Monaten Überstunden abbummeln.

3. Alles, was online ist, könnte ich 10-15 Stunden die Woche auf der Reise weiter machen.

4. Kündigung.

Er findet Option 3 eine Überlegung wert und bittet um Bedenkzeit. Klar, eine sofortige Antwort habe ich auch nicht erwartet. Blöd nur, dass die Antwort erst Anfang September zu erwarten ist, denn er, sowie auch der große Chef, sind den ganzen August im Urlaub (man gönnt sich ja sonst nichts) – das wusste ich vorher nicht, aber ich bin ja flexibel. Wir einigen uns auf eine Antwort Anfang September und darauf, meine vertragliche Kündigungsfrist (immer nur zum Quartalsende) im Fall des Falles auszusetzen.

Dann kommt er noch auf meine unterschwellig kommunizierte Unzufriedenheit zu sprechen, die ich mit zu hoher Arbeitsbelastung begründe. Ich hätte doch gar nicht so viele Überstunden und außerdem schaffe ich doch meine Arbeit immer, aber dass die Arbeitspakete ungerecht verteilt sind, da stimmt er mir schon zu. Aha.

Was hat mich noch einmal dazu gebracht doch nicht gleich zu kündigen?

 

It's a first step. There is a long way to go.

It’s a first step. There is a long way to go.

Wo kommt Option 3 her? Die Idee auf Reisen 10-15 Stunden alle online Geschichten für die Firma weiterzumachen, kam mir am Vorabend des Gesprächs einfach so und lies mich nicht wieder los. Es hätte viele Vorteile für jeden, na gut, vor allem für mich. Ich müsste nicht kündigen, würde mir so ein Haufen Papier- und Bürokratiekram sparen, müsste nicht zur Arbeitsagentur, mir keine Gedanken über Kranken- und Sozialversicherungen machen, würde nebenbei sogar noch ein bisschen Geld verdienen und indirekt an den Versicherungen sparen. Außerdem hätte ich so schon einmal einen Fuß in der Home-Office-Tür, was sehr nützlich wäre, sollte ich mich nach den 6 Monaten für weitere Reisen entscheiden. Meine Firma müsste sich um die online Geschichten während meiner Abwesenheit keine Gedanken machen, denn das mache ich ja weiter.

Ich bin gespannt, nun heißt es abwarten bis zur Entscheidung.

 

 

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