Rijeka – Kroatiens Hamburg?

Kroatien - Rijeka

Meine Kroatienreise führte mich nach den Plitvicer Seen und Zagreb nach Rijeka. Rijeka, noch nie gehört? Hatte ich auch nicht. Es ist aber auf jeden Fall einen Besuch wert!

Rijeka gehört in Kroatien zu den Küstenstädten, die nicht auf Tourismus setzen und das ist mal angenehm anders, ruhig, kroatisch gelassen. Neben Universitätsstadt ist Rijeka ein wichtiger Fährhafenort, um genau zu sein, der wichtigste im Land.

Ich bin dort an einem Nachmittag angekommen und musste mich erst einmal an den Hamburger-Hafen-Charme gewöhnen. Es fiel mir zwar nicht schwer, das habe ich zu Hause ja auch, aber das hätte ich einfach so nicht erwartet.

Kroatien - Rijeka - die Treppenstufen zum Trsat

Kroatien – Rijeka – die Treppenstufen zum Trsat

Eines muss man in Rijeka unbedingt gemacht haben: die 538 Stufen zum Trsat besteigen. Ich war an einem heißen Nachmittag unterwegs, keine sehr intelligente Idee. Nun ja, oben erwartet einen der älteste Marien-Wallfahrtsort Kroatiens, was mich ja eher weniger interessiert. Daneben gibt es aber auch noch ein sehr schön erhaltenes und niedlich als Bar genutztes Kastell und einen atemberaubenden Blick über die Bucht von Rijeka. Wenn man die knapp 600 Stufen erst einmal raufgestiegen ist, will man auch so schnell nicht wieder runter. Ich bin ein wenig durch die engen Gassen gegangen, habe den Ausblick genossen und bin jeden Winkel des Kastells abgegangen. Als alles abgegrast war, ging es die vielen Stufen wieder runter – bei 30 Grad im Schatten schon anstrengend. Der Abstieg wurde mir vom beginnenden Sonnenuntergang über Rijeka versüßt.

Kroatien - Rijeka

Kroatien – Rijeka

Wenn man von den Stufen kommend immer weiter geradeaus läuft, kommt man direkt am Hafen Rijekas an und kann dann ganz entspannt die Riva entlang schlendern. Viele Cafés, Restaurants, auch ein Botel befinden sich hier. Zum Sonnenuntergang anschauen, kann ich neben dem Kastell die Riva wärmstens empfehlen.

Die Altstadt Rijekas ist ebenfalls ganz entzückend! Von der Korzo, der Fußgängerzone, abgehend, findet man viele kleine Gässchen, mit süßen Läden und natürlich, wie soll es anders sein? Cafés. Bei einer Stadterkundungstour sollte man nach dem Römsichen Tor und dem Stadtturm Ausschau halten.

Von Rijeka aus bietet es sich an herrliche Tagesausflüge zu machen. Versteht mich nicht falsch, die Stadt ist wunderschön und hat verglichen mit den anderen kroatischen Küstenstädten ein ganz besonderes Flair, wie ich finde, aber nach 1 – 2 Tagen hat man auch alles gesehen.

Kroatien - Insel Krk - Ort Vrbnik - die wohl engste Gasse der Welt

Kroatien – Insel Krk – Ort Vrbnik – die wohl engste Gasse der Welt

Daher ging es für mich den nächsten Tag nach Vrbnik. Vrbnik ist ein kleiner Ort auf der Insel Krk, der nach 1,5 Stunden Busfahrt und ein Mal umsteigen in Malinska erreicht ist. Warum ich dort hin bin? Weil es dort die wohl engste Gasse der Welt geben sollte – und das musste ich sehen! Die Gasse ist tatsächlich sehr eng, mancher mit Burger vollgestopfte Deutsche hätte seine Probleme dort durch zu passen. Nach ein bisschen Verlaufen hier und den Weg in den Gassen verlieren dort, landete ich endlich an einer Bucht am Meer. Es wurde auch Zeit, schließlich waren es gefühlte 40 Grad und die Sonne brannte. Dumm nur, wenn das Meer dann so kalt ist. Aber nützt ja nichts, nach 10 Minuten wildem Rumgestikulieren kam mir die Eiseskälte des Wassers auch gar nicht mehr so eisig vor.

Vrbnik auf Krk

Vrbnik auf Krk

Das war auch meine erste Begegnung mit einer Badebucht, Strand möchte ich nicht dazu sagen, wie es sehr, sehr viele in Kroatien gibt: nicht ein Sandkorn! Beton und Steinstrand. Steine, die sich in deine Füße bohren, Steine, die sich beim Liegen in deinen Rücken und/ oder Bauch bohren, die weh tun und pieksen, die ein langsames ins Wasser gehen ohne Schuhe unmöglich machen. Gott, wie habe ich mich nach Sandstränden gesehnt! Die Liebe zu Sandstränden war mir schon immer bewusst, aber meine Kroatienreise hat diese Liebe nur noch mehr bestärkt. Was jetzt nicht heißen soll, dass ich es nicht toll fand an Kroatiens Stränden, aber es ist schon was anderes auf Steinen und hartem Beton zu liegen oder seinen Körper auf puderweichem Sand zu betten. Nach einem sehr entspannten Nachmittag ging es dann mit dem Bus wieder zurück nach Rijeka – komischerweise dauerte die Fahrt nun 2,5 Stunden und kostete weniger. Das soll einer verstehen. Aber auf 1 Stunde mehr oder weniger kommt es bei den Panoramafahrten auch nicht an. Der Ausblick ist so toll, dass die Zeit verfliegt: dieses Türkis des Meeres, die hellen Felsen, das satte Grün, solch Farbenpracht habe ich selten zuvor gesehen.

Hier noch ein wenn auch trauriger, aber historisch wissenswerter Fakt über Rijeka: hier wurden die Torpedos miterfunden und die erste Torpedofabrik in Betrieb genommen.

Lohnt sich´s?

Auf jeden Fall! Wenn ihr Orte wie Zadar, Split, Pula schon gesehen habt, fahrt nach Rijeka, es wird euch positiv überraschen!

Kostenaufstellung:

Achtung: die Preise schwanken enorm zwischen Neben- und Hauptsaison (Juli & August), ich war in der Nebensaison (Juni) da.

  • Fahrt ab Zagreb: 7,20€ + 1,40€ für´s Gepäck
  • Kaffee mit Glas Wasser: 1,40€
  • frisches Obst vom Markt für einen Tag: 2,20€
  • Hin- und Rückfahrt Rijeka – Vrbnik: 16,70€
  • 2 Kugeln Eis: 1,60€
  • 2 Nächte, Doppelzimmer Hostel: 48€ p.P.

Tipps & Links:

  • es fahren auch Busse zum Trsat (Linien 2 und 8)
  • Online-Buchungssystem für Überlandbusse: buscroatia.com Ich würde aber immer am Bahnhof kaufen, weil es günstiger ist
  • Booking.com für Unterkunft, ich war im Hostel Rijeka, sehr nett!
  • vom Busbahnhof kommend, immer am Hafen entlang, trifft man irgendwann auf ein altes, sehr altes Schiff, das im Sonnenuntergang traumhaft aussieht
  • hier noch 48 Dinge, die ich auf meiner Reise durch Kroatien gelernt habe

Noch ein kleiner Nachtrag: wer Hafenstädte im Allgemeinen liebt, sollte sich den Artikel und die zugehörige Blogparade von Lynn auf lieschenradieschen-reist zu Gemüte führen, sehr toll!

Hier meine Karte der bereisten Orte, unter anderem noch Crikvenica.

 

Über Kroatien und Zagreb gibt es Beiträge in der Harinezumi-Fotoreihe.

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