Indien: Liebe, Hass oder irgendwas dazwischen? #2

Fatehpur Sikri: Mogulstadt zwischen Jaipur und Agra

Verrückt, verrückter, Indien! Das war die Devise meines 2-wöchigen Reinschnupperns in die indische Kultur, das Land und die Leute. Das letzte Mal hatte ich schon berichtet, was ich an und in Indien nicht so mochte, bspw. die Hauswandpisser, mir sogar Angst gemacht hat. Heute möchte ich auf die positiven Seiten Indiens eingehen. Situationen, die mir so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen, wundervolle Aussichten und Anblicke.

14 Tage Indien, 14 Tage voller Eindrücke, 14 Tage in einer anderen Welt.

Auch jetzt, nachdem ich zwei Wochen Zeit hatte, alle trilliarden Eindrücke zu verarbeiten und diese einzuordnen, kann ich mich immer noch nicht dazu durchringen Indien auf die Mögen- oder Nicht-Mögen-Liste zu setzen. Vielleicht schaffe ich es, als Listenmensch, nach Fertigstellung der Pro- und Kontraliste ein Abschlussurteil zu fällen, es bleibt also spannend.

  • Was mich an Indien am meisten beeindruckt hat: die Menschen! Schaut man sich flüchtig in die Augen, treffen sich die Blicke auf der Straße, könnte man denken, dass die Inder ein weniger freundliches Völkchen sind. Gerade wenn man es mit dem Land des Lächelns vergleicht, welches gerade einmal 2.300 km von Indien entfernt liegt (Nord-Süd-Achse Indiens beträgt ca. 3.300 km) könnte man schnell zu diesem Schluss kommen. Kaum ein Lächeln, wenig nette Worte am Anfang eines Gesprächs. Aber nein. Ich habe viele tolle, herzliche, liebevolle Momente erlebt.
  • In Mumbai war bei meiner Ankunft das Ganesha-Fest gerade voll in Gange. Dabei wird dem Gott mit dem Elefantenkopf Ganesha 10 volle Tage lang gehuldigt und am letzten Tag ein Statue, die bis zu sieben(!!!) Meter hoch sein kann, ins Meer verabschiedet. Hier gibt´s mehr Informationen über Ganesha. Vom eigentlichen Standort der Statue bis zum Ort des Versenkens wird wie auf der Loveparade ein Wagen mit lauter Musik umtanzt, gebetet, gegessen und gesungen. Viele Einwohner Mumbais versenken ihre Statuen entweder am Juhu Beach, an dem ich mein Hotel hatte, oder am Chowpatty Beach, näher am Stadtzentrum. Ist die feiernde Meute mit der Statue am Strand angekommen, werden noch Gebete gesprochen, die Statue gereinigt und andere für mich nicht erkennbare Rituale durchgeführt. Eine Familie lud mich dazu ein
    Ganesha Fest in Mumbai

    Ganesha Fest in Mumbai

    mitzumachen, Anscheinend konnte ich meine neugierigen Blicke einfach nicht von ihnen lassen. Sie gaben mir einen süßen Brei zu essen, tanzten mit mir um die Statue, bis sich die Männer der Runde irgendwann mit Ganesha Richtung Wasser bewegten. Fünf von ihnen schwommen so weit sie konnten hinaus und ließen die Statue im Meer zurück. In dieser Zeit hielt ich einen kleinen Plausch mit einer älteren Dame, ich nehme an die Mutter. Dieser Plausch gestaltete sich, aufgrund meiner fehlenden Hindi- bzw. ihrer fehlenden

    Ganesha Fest in Mumbai

    Ganesha Fest in Mumbai

    Englischkentnisse als eher holprig, doch trotzdem herzlich. Ich war entzückt, wie mich die Menschen in ein für sie sehr wichtiges Fest mit einbezogen haben. Vielleicht könnte man es vielleicht damit vergleichen, als wenn ich einen Fremden Heilgabend zu meiner Familie einlade?

  • Dorf Sawarda

    Dorf Sawarda

    Mir wurde immer gesagt, ich solle die Straßenkinder und Verkäufer, die vermehrt an Attraktionen anzutreffen sind, ignorieren und Augenkontakt vermeiden. Dieses Verhaltensmuster habe ich genau 30 Minuten ausgehalten. Dann kam ein kleiner, süßer Junge, der mir irgendwas verkaufen wollte, ich erinnere mich nicht mehr was es war, der mir so auf die Nerven ging, dass ich ihn nicht weiter ignorieren konnte. Also blieb ich stehen, sah in seine großen dunkle Augen und begann ihm Fragen zu stellen. Wie er denn heißt, wie alt er ist, wie es ihm geht, was er heute schon so gemacht hat. Nachdem er kurz gestockt hat, fing er an in feinstem Englisch mit mir zu plaudern und vergaß dabei mir etwas zu verkaufen und begleitete mich zu meinem Bus. Natürlich wollte er mir immer noch etwas verkaufen, als ich eingestiegen bin, aber der Weg dorthin war doch um einiges angenehmer und Elias hat sich mal 10 Minuten nicht ignoriert gefühlt: Win-Win-Situation würde ich sagen. Ein toller Junge!

  • Was ich persönlich auch sehr, sehr spannend an Indien fand, waren die unterschiedlichen Religionen, deren Einflüsse auf das tägliche Leben. Es war interessant andere Rituale, Gebete, Gotteshäuser, religiöse Zeremonien mit ansehen bzw. besuchen zu können.
Agra: Red Fort - 3 Religionen

Agra: Red Fort – 3 Religionen

  • Auch wenn ich rein gar nichts mit scharfem Essen anfangen kann, so muss ich doch sagen, dass die indische Küche sehr gut ist! Wenn ich mal ein europäisiertes indisches Gericht bekommen habe, habe ich es regelrecht verschlungen: viel Gemüse, weniger Fleisch, Käse, Naan Brot, Roti, alles mit den Händen essen – herrlich! Am liebsten habe ich Palak Paneer (Spinat mit indischem Frischkäse) und Paneer Butter Masala gegessen – viel Spaß beim googeln.
  • Jaipur: Hawa Mahal: Palast der Winde

    Jaipur: Hawa Mahal: Palast der Winde

    Diese Bauwerke! Einmalig! So etwas habe ich noch nicht gesehen! Vom Taj Mahal, über das Red Fort in Agra ,das Amber Fort in Jaipur, das Global Vipassana Pagoda und die Victoria Station in Mumbai, der Lotus Tempel. Lal Mandir und Akshardham Tempel in Delhi, der Stufenbrunnen in Abhaneri, Wahnsinn!!!

  • Was in Indien auch wirklich jeden Tag schön war, egal ob auf einer Dachterasse, an einem Strand, auf einem Fähranleger oder an einem Fluss: jeden Abend schenkte mir Indien einen tollen Sonnenuntergang – jeden Abend!
Mumbai: Global Vipassana Pagoda

Mumbai: Global Vipassana Pagoda

Indien ist ein ganz wundervolles Land, mit negativen, aber viel mehr positiven Seiten. Ich würde jedem, trotz manch unangenehmen Erfahrungen, raten sich ein eigenes Bild zu machen und nicht darauf zu hören, was andere sagen, immerhin berichtet jeder nur subjektive Eindrücke. Und was für den einen das schlimmste überhaupt ist, kann für den anderen ein wahres Paradies oder auch gar kein Beinbruch sein.

Indien alleine als Frau zu bereisen, nur für zwei Wochen? Einfach mal durchrauschen durch dieses große Land? Das war mir nix, außerdem war ich neugierig auf die Erfahrung „Gruppenreise“ – also habe ich es ausprobiert. Mein Fazit? Hier.

 

Die Karte mit meinen bereisten Orten in Indien und en dazugehörigen Beiträgen

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