Und jetzt? Ab in den Busch?! Part 2

Ngorongoro-Krater

Im ersten Teil der Buschreihe aus Tansania sind wir zwischen dem Serengeti Park und dem Ngorongoro-Krater stehen geblieben. Wir packen also unsere sieben Sachen in den Jeep und verlassen den Serengeti National Park, immer noch mit großen Augen, die vom ganzen Staunen schon ganz müde sind. Vorbei an grasenden Büffel- und Zebraherden geht´s auf der Schotterpiste im rasenden Tempo und mit Staubwolken südöstlich. Wir haben ungefähr 5 Stunden Fahrt vor uns. Nach der Hälfte wird der Jeep auf einmal langsamer, die Staubwolke hinter uns kleiner, bis wir ganz stehen bleiben, mitten im Nirgendwo, umgeben von Schotter, Kühen, der brütenden Nachmittagssonne und einigen Massai, die uns fragend anstarren.

 Wir haben eine Panne!

Panne mitten im Nirgendwo

Panne mitten im Nirgendwo

Gehört ja auch irgendwie dazu, oder? Bei 5 Tagen non-stop Safari-Tour über Stock und Stein?! Während wir, die Fahrgäste, uns ein schattiges Plätzchen suchen, krabbeln unser Guide und der Koch unter den Jeep und geben ihr Bestes das abgefallene Teil (was auch immer) mit Gummibändern, die eigentlich das Gepäck auf dem Dach festhalten sollen, wieder ans Auto zu bringen. Nach einer knappen Stunde haben sie es dann auch soweit, dass wir weiterfahren können. Wir haben alle damit gerechnet, dass es unser Fahrer anschließend eher langsamer und zaghafter angehen lässt mit unserem Vehikel, aber nix da! Schonungslos rast er über noch so große Steine und in die Schlaglöcher – er wollte wohl einfach nur schnell ankommen. Anders als erwartet, waren wir trotz der Panne noch vor Sonnenuntergang beim nächsten Campingplatz und bauten unsere Zelte auf, während der Jeep in die Werkstatt fuhr. Was mich während der Panne am meisten beeindruckt hat, war zum einen die Einfältigkeit das Auto mit den Gummibändern wieder fahrtüchtig zu machen. Zum anderen hielt wirklich ausnahmslos jedes Auto an, was an uns vorbei gefahren ist. Ich kann natürlich nicht sagen, warum sie angehalten haben, aber es sah mir doch immer danach aus, als ob sie Hilfe anbieten würden. Wäre das in Deutschland auch so?

 Ngorongoro-Krater

Der Campingplatz, auf dem wir schliefen, heißt Simba Camp Site und befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Ngorongoro-Krater. Wer dort nächtigen möchte, sollte auf jeden Fall dickere Kleidung mitnehmen, denn die Nächte dort sind kalt! Sehr kalt! Kurz nach Sonnenuntergang hatte ich schon alle Klamotten an, die mein kleiner Safari-Rucksack zu bieten hatte – und ich fror immer noch. Nachdem uns die Nacht zuvor Elefanten besuchten, waren wir gespannt, was nun auf uns zukommen würde. Nach einem wieder einmal gelungenen Abendessen aus der Buschküche, konnten wir dann Büffel aus nächster Nähe grasen sehen. Ich muss zugeben: an die Elefanten hatte ich mich ja schnell gewöhnt -aber Büffel?! Nun gut. Ich hielt gebührend Abstand und dachte wieder einmal nicht weiter drüber nach. Das hat solange funktioniert, bis ich in mein Zelt zum Schlafen kriechen wollte und ein ausgewachsener Büffel (bestimmt 3 Meter hoch, 5 Meter lang und 1.000 Tonnen schwer – ohne Übertreibung jetzt!) sich das Gras direkt neben

Sonnenaufgang auf dem Campinplatz Simba beim Ngorongoro-Krater

Sonnenaufgang auf dem Campinplatz Simba beim Ngorongoro-Krater

meinem Zelt schmecken lies. Ja, und nun? Alle Vertreibungsversuche halfen nichts. Es blieb mir nur die Wahl zwischen nicht schlafen, im Essensraum schlafen oder mutig sein. Ich war mutig!!! Ich schlich mich am Büffel vorbei in mein Zelt, versuchte mich so wenig wie möglich zu bewegen, kroch in meine 2 Schlafsäcke und schlief schnell ein. Der nächste Morgen kam schnell, da wir wieder 5.00h aufstanden.

Nach dem Frühstück und einem wieder einmal fulminantem Sonnenaufgang ging es in klirrender Kälte (wenn man das in Tansania sagen kann) runter in den Ngorongoro-Krater. Und da warteten sie dann auch schon wieder auf uns: Elefanten, Büffel, Zebras, Timons & Pumbas, Nashörner… Der Ngorongoro-Krater ist, wie der Name vermuten lässt, ein Krater. Umgeben von der Kraterwand befinden sich im Inneren viele kleine und größere Seen, ein paar Flussläufe, hauptsächlich Graslandschaften und viele, viele Tiere. Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass es im Krater etwas unspektakulär war, nachdem wir schon so viel im Tarangire und Serengeti National Park gesehen und erlebt haben. Was ich am beeindrucktesten finde, ist das der Ngorongoro, obwohl gar nicht so weit weg von den anderen beiden National Parks, wieder ganz anders ist. Es ist überall grün, eine fast ebene Fläche, Seen und kleine Flüsse, eine kühle Brise, die einen um die Nase weht.

Ngorongoro-Krater

Ngorongoro-Krater

Nach 4 Stunden Kraterbefahrung ging´s dann wieder zurück zum Simba Campingplatz: Essen fassen und die Sachen packen für die letzte Nacht im Panorama Campsite, dem Campingplatz, in dem wir auch schon unsere erste Nacht verbrachten. Zwischen den beiden Campingplätzen liegt gerade einmal 1 Stunde Autofahrt. Da wir relativ zeitig in den Tag gestartet sind, hatten wir mal einen Nachmittag ganz für uns, ohne im Auto zu sitzen, draußen, im schönen Garten mit dem tollen Viewpoint. Endlich hatte ich mal Zeit die Eindrücke und Geschehnisse der letzten Tage zu verarbeiten, Fotos zu sortieren und einfach mal eine Stunde abzuhängen. Der Abend kam natürlich schneller, als gedacht und unser Koch zauberte ein allerletztes leckeres Gericht aus der Buschküche.

Wir, die Gruppe, verabredeten uns am frühen Morgen zum Sonnenaufgang gucken und unser Koch willigte Zähne knirschend ein, uns Kaffee und Tee dazu zu bringen. So saßen wir dann alle an unserem letzten Morgen zusammen und sahen der Sonne beim Aufgehen zu.

Sonnenaufgang auf dem Panorama Campsite

Sonnenaufgang auf dem Panorama Campsite

 Lake Manyara National Park

Der Lake Manyara National Park war der letzte auf unserer Liste. Vom Panorama Campsite konnten wir den großen See schon vom Viewpoint bestaunen. Auch dieser Park war wieder ganz anders, als die, die wir davor gesehen haben. Im Lake Manyara National Park habe ich mich stellenwiese wie im Dschungel gefühlt, umgeben von einer Horde Affen. Wenn man aus dem Dschungelbereich fährt, befindet man sich sofort wieder in einem Steppenbereich, als ob jemand eine imaginäre Grenze zwischen den beiden Bereichen gezogen hätte – krass! Leider sahen wir

Lake Manyara National Park

Lake Manyara National Park

außer Trilliarden Affen wenig Tiere, was aber vollkommen in Ordnung war. Immerhin können die Tiere nicht immer und überall für uns zum Angucken bereit stehen. Mit dem schönen Anblick des Lake Mayara National Parks ging die Safari dann auch leider zu Ende. Nachdem wir alle Sachen ins Auto gepackt haben, begaben wir uns auf den Weg zurück nach Arusha, dem Ausgangspunkt unserer Safari. Dort angekommen, wartete auch schon Shabani auf uns und wollte Feedback zur Tour haben, wie es uns gefallen hätte, ob wir zufrieden waren, was man besser, anders machen könnte. Ok, hier was ich von der Safari mit African Travel Tour halte:

  • Meine israelischen Mitreisenden bezahlten für die gesamte Safari 200 USD weniger als ich (1080 USD), was ich relativ unfair fand. Shabanis Antwort darauf: wenn jemand weniger bezahlt, als den normalen Preis, muss ein anderer halt mehr zahlen. Aha!
  • Meine israelischen Mitreisenden, 2 an der Zahl, bezahlten zusammen für ein Hotelzimmer (für die Nacht vor der Safari) weniger als ich als Alleinreisende. Shabanis Antwort darauf: wenn jemand weniger bezahlt, als den normalen Preis, muss ein anderer halt mehr zahlen. Aha!
  • Die Sanitäranlagen des Nyany Campingplatzes im Serengeti National Park sind unzumutbar
  • Anders, als im Vorhinein besprochen, mussten wir unsere Zelte selbst aufbauen. Das ist an sich nicht schlimm, wurde aber immer so beworben, als ob es im Preis mit inklusive ist (für 6 Zelte aufbauen raucht man schon mal 1 Stunde)
  • Die Zelte an sich müssten unbedingt mal repariert oder ausgetauscht werden. Nur 2 von 6 konnte man wirklich verschließen, was bei der Malariagefahr in Tansania schon gut wäre.
  • Der Flasche Wasser, die man jeden Tag auf der Safari bekommt, mussten wir buchstäblich hinterher rennen. Auch beim 10. Mal fragen, ob wir denn jetzt nun bitte Wasser bekämen könnten, wurden wir auf in 10 Minuten vertröstet. Das kann bei 30Grad und keiner anderen Möglichkeit an Wasser zukommen ganz schön nerven.
  • Unser Guide war je nach Laune mal mehr gesprächig, mal weniger. Manchmal antwortet er auf Fragen gar nicht oder bluffte uns an, wenn wir seiner Meinung nach dumme Fragen stellten. Alle anderen Guides aßen mit ihren Gruppen Frühstück und Abendessen immer zusammen, man sah sie reden und lachen. Uns sah man immer nur ohne unseren Guide reden und lachen, er machte es sich lieber woanders gemütlich und kam nur zu uns, um seinen Teller aufzufüllen.
  • Zusammengefasst: es war ok, mit einigen Abzugspunkten. Man bekommt dort, wofür man bezahlt, also nicht so große Erwartungen haben.
  • Meine offene Kritik hat mir dann gleich mal einen kostenlosen Transfer von Arusha zum Kilimanjaro Airport eingebracht. Yeeeaaayyyyy! 40 USD gespart.

Nichtsdestotrotz ist eine Safari eine Erfahrung, die ich niemals missen möchte. Die Aussichten, Landschaften, Tierbegegnungen, diese Ruhe, die völlige Natur, es war einmalig! Eine Kostenaufstellung für Tansania mit Sansibar gibt´s auch noch.

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