Wohin mit den Erinnerungen und Gedanken?

Wohin mit den Erinnerungen und Gedanken?

Wie ich schon öfters schrieb, war meine Zeit als Austauschstudentin in Izmir (Türkei) eine sehr schöne, lehrreiche, prägende und glückliche.

Umso trauriger und wütender fühle ich mich, wenn ich das gegenwärtige Geschehen in diesem Land verfolge.

Umso hilfloser bin ich, wenn ich an die so fröhlichen, aufgeschlossenen, intelligenten Menschen denke, die ich dort kennen lernen durfte.

 

Die Türkei. Ein Land, in dem zurzeit

  • „Säuberungen“ laufen. In welchem Zusammenhang haben wir diesen Begriff während unserer Schulzeit gelernt? Ich mag gar nicht daran denken.
  • 600 Dekane und 9.000 Mitarbeiter des Innenministeriums entlassen werden
  • 000 Soldaten inhaftiert sind
  • fast 3.000 Richter und Staatsanwälte suspendiert wurden
  • 000 Dozenten und Lehrer aus ihren Ämtern enthoben werden
  • Wissenschaftlern die Ausreise verboten wird
  • 3 Nachrichtenagenturen geschlossen werden
  • Um die 30 Radio- und Fernsehstationen ihre Lizenz verlieren
  • 45 Zeitungen eingestellt werden
  • 42 Journalisten zur Fahndung ausgeschrieben sind
  • der deutsche Botschafter nicht mehr empfangen wird
  • Privatpersonen aufgrund von kritischen Äußerungen in sozialen Netzwerken verhaftet werden
  • ernsthaft die Wiedereinführung der Todesstrafe befürchtet werden muss
  • den getöteten angeblichen Putschisten eine religiöse Bestattung und den Imamen ein Gebet für diese verboten wird
  • dessen Präsident türkischstämmige Parlamentarier in Deutschland als verlängerten Arm der PKK bezeichnet

Was kann ich machen?

Kann ich was machen?

Ich bin ratlos. Machtlos.

Möchte jedoch mein Wort gegen diese Entwicklung richten, meine Stimme erheben.

Dieser kleine Artikel wird sicher nichts ändern.

Vielleicht erzeugt er ein wenig Aufmerksamkeit, wenn auch nur bei 50 Personen.

Vielleicht lesen ihn ein paar Leute aus meiner Herzensheimat Izmir und wissen so, dass ich in Gedanken bei ihnen bin.

Vielleicht fühlen sie sich dann weniger ängstlich.

Vielleicht fühlen sie sich dann nicht mehr allein.

Vielleicht macht es ihnen ein bisschen Mut.

 

Die Türkei. Ein Land, das so wunderschön ist und so dermaßen viel zu bieten hat:

  • Kappadokien – Unesco Weltkulturerbe mit einzigartigen Felsformationen und unterirdischen Städten
  • Bodrum – Das Paradies für all inklusive Urlaube
  • Pamukkale – Ein Ort, in und um den sich außergewöhnliche, riesige, früher einmal weiße Kalkterrassen gebildet haben
  • Kusadasi – Ein Ferienort mit versteckten Traumplätzen
  • Ephesos – Ein ehemaliges Weltwunder

Die Liste meiner besuchten Orte in der Türkei werde ich in den kommenden Tagen verlängern, die alten Artikel aufarbeiten.

Vielleicht um an die Schönheit dieses Landes zu erinnern.

Vielleicht um meinen Gedanken freien Lauf zu geben.

Vielleicht in der Hoffnung, dass wir alle bald wieder diese tollen Orte angstfrei besuchen können.

 

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2 Gedanken zu “Wohin mit den Erinnerungen und Gedanken?

  1. Ich beobachte die Entwicklung auch mit Sorge. Wenn ich nur daran denke, was die Türkei für ein Land war, was sie noch hätte werden können… und in welche Richtung das nun abdriftet. Und ich fürchte, wir können nichts tun. Irgendwie fehlen auch die Worte…

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