Peru? Hä? Wieso denn jetzt in Peru?

Candy in Peru

Das frage ich mich auch manchmal! Ganz ehrlich! Irgendwie hat es sich einfach so ergeben. Ja, Peru hat sich einfach so ergeben. Aber auf Anfang:

Im Dezember 2015 flog ich aus Hamburg los, landete in Marokko, dann ging es nach Tansania, bla bla bla.

Geplant waren eigentlich nur 6 Monate – kannst du dich erinnern? Dieses halbe Jahr wäre Ende Mai 2016 zu Ende gewesen. Mein Chef zu Hause in Hamburg hat schon sehnsüchtig auf mich gewartet und darauf, dass ich anstatt der 10 Stunden von unterwegs wieder meine Aufgaben vollzeit ausführe. Aber, was soll ich sagen?

Im März, ich saß grad in Hanoi in einem Café und arbeitete, schrieb ich ihm eine lange Mail, erklärte, ich könne noch nicht wieder zurück kommen. Ob wir denn nicht den 10-Stunden-Vertrag noch verlängern könnten. Er gab mir Schonfirst bis Ende August.

Ende Juni ergatterte ich völlig überraschend einen 200€-Flug von Malaysia nach Deutschland, in der Hoffnung, dass sich schon irgendwas finden würde. Ich kann dir gar nicht genau sagen, warum ich diesen Flug gebucht habe. Irgendwie hatte ich tausend Pläne im Kopf, aber keinen so richtig. Irgendwie wollte ich ein wenig durch Europa reisen, einfach so. Auch in der Hoffnung, irgendwas würde sich schon jobmäßig ergeben. Ich war ein bisschen verloren.

Ja, so kam es dann, dass ich Ende Juni in Frankfurt landete, ohne Plan, ohne Wohnung, aber mit dem nächsten Ticket nach Malta im Maileingang. In Malaysia kaufte ich mir, warum auch immer, schon mal vorsorglich einen Reiseführer für´s Baltikum. Irgendwie hatte ich einen Narren an der Idee gefressen den europäischen Sommer im hohen Norden zu verbringen. Im Bus von Frankfurt nach Hamburg hatte ich 11 Stunden Zeit zu überlegen, wie es nun weitergehen sollte.

Ich arbeitete ein bisschen, surfte hier und da auf Jobseiten. Auf Facebook kam eine Mitteilung, dass ein neuer Job bei bloggerjobs.de gepostet wurde mit der geilen Überschrift „Blogger in Peru gesucht“.

Hmm, naja, Südamerika reizte mich bis jetzt nicht, aber warum eigentlich nicht? Also schrieb ich einfach eine Mail, eigentlich hoffte ich auf nichts. Die Antwort folgte ein paar Tage später mit der Nachfrage zu skypen. Ok, warum nicht? Tja, und noch ein paar Tage später hatte ich die Zusage für den Bloggerjob in Peru. Ich würde zwar kein Geld bekommen, dafür eine tolle Unterkunft, Verpflegung und einen Spanischkurs – 6 Monate lang – fairer Deal, oder? Ich hab auch schon für weniger gearbeitet. Und da bloggen mir Spaß bereitet, kann ich das auch gar nicht als Arbeit bezeichnen.

Internetcafe in Pimentel

Internetcafe in Pimentel

Und so wusste ich schon ein paar Tage nach meiner ungeplanten Ankunft in Frankfurt, dass es bald für ein halbes Jahr nach Peru gehen sollte – Schicksal, würde ich jetzt mal lauthals schreien!

So besuchte ich erst einmal meine Familie, meine Freunde und machte mich nach 2 Wochen auf nach Belgien, um mit einem meiner Lieblingsmenschen Malta unsicher zu machen.

Nachdem ich wieder in Hamburg war und ein paar Tage Nordluft schnupperte, machte ich mich auf nach Mallorca, der Flug war unschlagbar günstig, und dann ging´s auch schon wieder los.

 

Mein Flieger nach Lima startete Mitte August von Amsterdam. Nach einer tollen Nacht in Brighton, kam ich dann irgendwann in Lima an und mein „Arbeitgeber“ kümmerte sich ganz herzlich und in deutscher höchst perfektionierter Organisationsmanier um mich. Abholung vom Flughafen, Hostel vorgebucht, Nachtbus nach Chiclayo, Abholung von dort nach Pimentel. Zack, so einfach kann man manchmal von Malaysia nach Peru kommen.

Am Strand Spanisch lernen

Am Strand Spanisch lernen

Und hier bin ich nun. In Pimentel. Im Norden Perus. Gehe seit 2 Wochen einem geregelten Leben mit ein paar Stunden Arbeit und Spanischkurs am Abend nach. Bis ich mich gepflegt mit den Peruanern unterhalten kann, dauert es noch ein bisschen, aber so lange lerne ich einfach fleißig Spanisch am Strand oder auf der Dachterrasse, spaziere am Strand lang, der gleich vor der Haustür ist, schlendere über den großen Markt in Chiclayo, spiele Ukulele oder mach ein bisschen Sport, schaue den Surfern zu und hoffe auf wärmeres Wetter, dass ich mich auch bald wieder in die Wellen stürzen kann. Wie es hier so aussieht, siehst du in der Fototour durch Pimentel.

 

 

Ende August lief dann leider auch der Vertrag mit meiner Firma aus. Mein Chef konnte mich nicht weiter beschäftigen, was ich auch vollkommen nachvollziehen kann, aber trotzdem sehr schade finde. Nun lebe ich hier von meinen Ersparnissen, gebe nur das aus, was man als Luxus bezeichnen kann, denn für das Lebensnotwendige arbeite ich ja. Bei der Krankenkasse habe ich mich in Deutschland abgemeldet, die Rentenversicherung hat dann wohl ein kleines Loch. Stört mich ehrlich gesagt nicht. Vielleicht ist es naiv, vielleicht aber auch nicht. Wie es weiter geht, wenn das halbe Jahr vorbei ist? Ha?! Was denkst du? Ich weiß es nicht.

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4 Gedanken zu “Peru? Hä? Wieso denn jetzt in Peru?

  1. Glücklich zu sein ist das Wichtigste. Für Wie lange ist denn die Beschäftigung in Peru vorgesehen? Hast du eine Auslands – Krankenversicherung? Es ist total spannend, deinen Werdegang zu verfolgen. Ich bin sicher dass du dich finden wirst 😉

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    • Hi Kasia,

      hach schön 🙂 Geplant sind 6 Monate hier in Pimentel – so lange geht das Visum, was wir Deutschen für Peru Maximum bekommen. Im Februar muss ich wieder ausreisen, also spätestens…

      Ja, klar hab ich eine Auslandskrankenversicherung, ohne würde ich nicht weg fahren. Die 250€ machen mich nur ein wenig ärmer, ein Krankenhausaufenthalt außerhalb Europas kann schnell mal so teuer wie ein kleines oder großes Autos werden 😉

      Liebste Grüße
      Candy

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